AKTUELLES

Flutkatastrophe in Deutschland: was tun?

Eifel und Sauerland, den 18. Juli 2021

Die von der Wetterkatastrophe betroffenen Gebiete in Deutschland sind nun von allen hohen Amtsträgern besucht worden. Betroffenheit wurde geäussert und Hilfen für den Wiederaufbau von Häusern und Infrastruktur wurden versprochen. Diese üblichen Reflexe unserer Politprofis reichen jedoch jetzt mit Sicherheit nicht mehr aus! Es braucht umgehend konkrete Aktionen gegen die Vergiftung und Plünderung der Erde durch den Menschen. Alle Behörden vom Bund bis zu den Kommunen müssen regulierend umsteuern. Nicht nur die Symptome sind zu bekämpfen, sondern die Ursachen!

Und was tut die Stadt Siegen? Wird die Versiegelung von Böden durch Strassen- und Häuserbau einfach so weitergehen? Werden weiter Bäume gefällt und dann nicht ersetzt? Werden immer mehr Strassenlampen die Lichtverschmutzung vermehren? Werden weiter Pestizide im Stadtgebiet freigesetzt? Nein: Die Stadt Siegen sollte dem entgegenwirken und das sofort.

Als Lektüre zu diesem Thema sei das Buch " Zu viel für diese Welt" von Reiner Klingholz dringend empfohlen!!!

ceterum censeo progeniem hominum esse diminuendam

 

Die Ruhr-Sieg-Strecke ist infolge von Hochwasserschäden im Raum Altena/Hohenlimburg nach Angaben der DB bis 30. September 2021 gesperrt. Güterzüge werden über Köln umgeleitet, soweit es die Kapazität dieser Strecke zuläßt. Für Bahnreisende fahren zwischen Werdohl und Hagen Busse als Ersatz für die Züge. 

Projekt Rhein-Südwestfalen Express

Siegen im Mai 2021

 

Zwei Wissenschaftler der Universität Siegen haben ein sehr begrüßenswertes Projekt vorgestellt, das primär die Bahnverbindung aus dem Siegerland nach Köln über Olpe und Dieringhausen optimieren soll. Dazu ein paar Anmerkungen und Anregungen:

 

Das Konzept geht verwirrend weit über das Thema, die Schienenanbindung Südwestfalens und des Bergischen Landes an den Bahnknoten Köln hinaus. Eine Konzentration auf die eigentliche Fragestellung wäre notwendig.

 

Eine Übersichtskarte, auf der deutlich wird, welche Regionen und Städte über welche Bahnlinie verbesserten Anschluß bekommen sollen, fehlt leider. Eine solche Karte würde auf einen Blick klarstellen, daß auf den historischen Trassen keine zum Auto konkurrenzfähigen Fahrzeiten zu erreichen sind. Die Vorschläge sind auch keinesfalls eine Alternative zur Bahnlinie Siegen-Betzdorf-Köln.

 

Die Strecken in Oberberg wurden vor über einhundert Jahren aneinander gestückelt, der Verlauf ist kurvenreich, die Fahrzeit daher sehr lang. Sie sind überdies meist eingleisig. Man stelle sich nur einmal Strassen vor, die einspurig angelegt würden. Autos könnten dann nur zeitweise in einer Richtung verkehren, während die Gegenrichtung gesperrt werden muß. Das gäbe einen Aufschrei der Empörung! Bei der Eisenbahn ist solches aber auf vielen Strecken normal. Es erscheint daher müßig, ein Bahnnetz optimieren wollen, das schon seit Jahrzehnten eher aus den genannten Gegebenheiten eher dem Rückbau und der Stilllegung geweiht ist.

 

Hier hilft nur, groß zu planen: Ab der Station Kreuztal im Siegerland sollte Richtung Olpe, Gummersbach-Dieringhausen nach Köln entlang der Autobahn 4 eine neue zweigleisige Bahnlinie für eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h gebaut werden. Diese würde dem Personenverkehr mit IC-Zügen und dem Güterverkehr als Alternativstrecke für den eisernen Rhein (Nordseehäfen - Schweiz) dienen. Zudem sollte von dieser neuen Linie ab Olpe eine Neubau-strecke nach Hagen über Lüdenscheid geschaffen werden- also eine Verbindung auf kurzem Wege von Köln bzw Siegen  nach Hagen (Bremen-Hamburg). Auch hier können dann IC und schwere Güterzüge fahren. Regionalbahnen verbleiben auf der Aggertalbahn, der Siegtalbahn und der Lennetalbahn. Modernisierung oder Ausbau dieser alten Strecken entfallen.

 

Auf den ersten Blick erscheinen solche Pläne utopisch. Hält man sich jedoch vor Augen, mit welchem Tempo, welcher Entschlossenheit und welch gewaltigen finanziellen Mitteln Autobahnen und Bundesstrassen in den letzten Jahrzehnten  neu- und ausgebaut wurden und auch jetzt noch immer werden, sollten auch neue Bahnprojekte realisierbar sein. Denn diese sind zwingend notwendig, will man eine „Verkehrswende“ schaffen und die Natur vor Bodenversiegelung und Wasser- Boden- Luftverschmutzung bewahren.

Kreisbahn Siegen-Wittgenstein (KSW-GmbH)

Siegen/Kreuztal, 27. Juli 2021 (Auszug PM KSW)

Bier auf der Schiene 

Per Zug wird die Krombacher Brauerei ihre Produkte von Kreuztal bis an den Rand der deutschen Hauptstadt transportieren lassen. Einmal pro Woche verlassen zwei Wagen mit vier Containern das Südwestfalen Container-Terminal der Kreisbahn Siegen-Wittgenstein (KSW) mit dem Ziel Großbeeren am südlichen Stadtrand von Berlin. Die Container sind mit Getränkekisten aus dem gesamten Sortiment der Krombacher Brauerei beladen, wobei der Schwerpunkt auf Bier liegt. Umgekehrt kommt das Leergut aus Berlin und Brandenburg auch wieder über die Schiene zurück ins Siegerland. 

Umladen eines Bier-Containers in Kreuztal (Foto KSW)
Umladen eines Bier-Containers in Kreuztal (Foto KSW)

Siegen und Berlin, 11. Mai 2021 (Auszug PM KSW)

Neues Netzwerk zur Stärkung des Einzelwagenverkehrs

Verschiedene deutsche Schienengüterverkehrsunternehmen wollen ab sofort enger und abgestimmter zusammenarbeiten, um den Einzelwagenverkehr in Deutschland voranzubringen. Dafür haben sie gemeinsam das „Netzwerk Zukunft Einzelwagenverkehr“ gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern zählen insgesamt zwölf Güterbahnen, unter anderem DB Cargo, Bentheimer Eisenbahn und die Kreisbahn Siegen-Wittgenstein. Die Koordination des Netzwerks läuft federführend über den Branchenverband VDV und wird vom Netzwerk Europä-ischer Eisenbahnen (NEE) unterstützt. „Wir brauchen solche Kooperationen, um als Branche gemeinsam unser Ziel zu erreichen, bis 2030 deutlich mehr Güter auf die Schiene zu verlagern.

Dr. Sigrid Nikutta, Vorstandsvorsitzende von DB Cargo: Der Einzelwagenverkehr ist mit einem Verkehrsanteil von rund 18 Prozent in Deutschland ein wichtiger ‚Backbone‘“ für die Wirtschaft. Viele Industriekunden, aber auch mittelstän-dische Unternehmen in der Fläche sowie neue Kunden mit Konsum- oder Agrar-gütern können von klimafreundlicher Bahnlogistik profitieren. Noch ist Rangieren und Wagen kuppeln hier extrem zeitaufwendig und echt harte Arbeit. Die Digi-talisierung – insbesondere die Digitale Automatische Kupplung – gibt uns ent-scheidende Impulse, um Einzelwagen nicht nur klimafreundlich, sondern auch deutlicher wirtschaftlicher zu machen.“

Kreuztal, 06. Mai 2019

Neue Containeranlage der KSW in Kreuztal

An Stelle des ehemaligen DB-Containerbahnhofs im Bahnhof Kreuztal ist eine moderne Anlage der Kreisbahn Siegen-Wittgenstein (KSW) für den Umschlag von Containern und LKW-Aufliegern entstanden. Der erste Zug ist am 6.5.2019 voll ausgelastet mit 22 Waggons von Kreuztal nach Verona gestartet. Diese Verbindung bietet die KSW nun wöchentlich dreimal an.  

mehr unter: Container Terminal

Mein Freund, der Baum

Siegen, 06. Mai 2020

Eine alte Platane, der letzte große Baum im Bereich des Siegener Bahnhofs ist durch den Bau des Johann-Moritz-Centers extrem gefährdet. Heute hat die Stadt beschlossen, daß der Baum erhalten bleiben soll. Allerdings wird die Krone beschnitten, damit er weniger Wind-anfällig ist. Ob der Baum das und die Beschädigungen der Wurzel durch die Bauarbeiten übersteht, ist eher zu bezweifeln. Das sieht die Stadt wohl ähnlich, denn ein neuer Baum soll schon jetzt gepflanzt werden...

Einsatz von Pflanzengiften bei der Bahn

Hamburg, 02. September 2019

Die Deutsche Bahn versprüht jährlich ca. 90 Tonnen Wirkstoffe von Herbiziden, um die Gleise unkrautfrei zu halten. Dabei kommt hauptsächlich der Wirkstoff Glyphosat von Monsanto/Bayer zum Einsatz. Die Bahn ist damit einer der größten Anwender von Herbiziden in Deutschland, was selbstverständlich Aus-wirkungen auch für benachbarte Gärten und das Grundwasser hat. Die ARD hat das Problem in einer Sendung für Report Mainz am 18. Juni 2019 aufgegriffen. In der Ausgabe des "Spiegel" vom 2. September 2019 ist ein weiterer Beitrag zum diesem Thema erschienen ("Die Mär von der grünen Bahn"). Kommunen in NRW wehren sich nun gegen den Eintrag von Pflanzengiften auf Gleisen in ihrem Stadtgebiet. Eine entsprechende Anfrage an die Stadt Siegen hat das Rathaus mit dem Hinweis darauf beantwortet, daß die Bahn allein für die Gleisareale verantwortlich sei und man daher keine Eingriffsmöglichkeiten sehe. Die Stadt sollte sich vielleicht doch mehr dafür interessieren, wenn auf ihrem Gebiet Luft, Boden und Wasser vergiftet werden. 

Unkrautvernichtung durch chemische Behandlung der Bahngleise. Hier durchfährt der Spritzzug den Bahnhof Zernsdorf bei Berlin.
Unkrautvernichtung durch chemische Behandlung der Bahngleise. Hier durchfährt der Spritzzug den Bahnhof Zernsdorf bei Berlin.

Erneuerung der Bahn-Betriebsanlagen Siegen

Siegen im Juli 2021

Die Arbeiten am "Hauptbahnhof" Siegen sind noch immer nicht abgeschlossen...

Siegen im Juni 2019

Die Renovierungsarbeiten an den Betriebsanlagen im Bahnhof Siegen wurden 2015 begonnen. Die Kosten werden inzwischen deutlich über den ursprünglich genannten 10 Millionen Euro liegen. Letztlich werden es mehr als 13,5 Millionen, die hauptsächlich von der Öffentlichen Hand aufgebracht werden müssen. 

Jetzt wird überraschend konstatiert, daß die neue Überführung undicht ist, was zu Wasserschäden führt. Ausserdem beklagt man Schmierereien und Müll an und unter der Überführung. Das ist allerdings kein Wunder, wenn die DB Bahnhöfe ohne Mitarbeiter betreibt, die ja regelmäßig vor Ort für Ordnung und Betriebsicherheit sorgen könnten.

Noch immer fehlen die Bahnsteigkanten an den Gleisen 2 und 3. Als Termin für den Abschluß der Arbeiten wird jetzt das Frühjahr 2020 genannt. Ein Bahnsteig-dach zwischen Schalterhalle und Unterführung ist erst gar nicht vorgesehen. Die bestehenden Arkaden wurden ohne Not entfernt.

Letztlich erhalten Stadt und Bahnkunden ein teures Flickwerk ohne erkennbare Vorteile zum Zustand des Bahnhofs vor der großartigen Renovierung. 

Einschwenken des Fußgängerstegs am Hauptbahnhof Siegen (Aufnahme Hendrik Schulz, Westfälische Rundschau)
Einschwenken des Fußgängerstegs am Hauptbahnhof Siegen (Aufnahme Hendrik Schulz, Westfälische Rundschau)

Bahnhofsgebäude Siegen

Ansicht des Siegener Bahnhofsgebäudes aus dem Jahre 1861 (Lithographie von Jakob Scheiner)
Ansicht des Siegener Bahnhofsgebäudes aus dem Jahre 1861 (Lithographie von Jakob Scheiner)

Siegen im Juni 2019

Siegener Bürger haben sich dafür eingesetzt, das historische Stationsgebäude zu erhalten. Dadurch konnten Abriss und Neubau verhindert werden. Darüber hinaus wäre es jedoch wünschenswert, wenn das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt und  die Fassade wieder in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt würde. Dies geschah nicht, allerdings sind inzwischen 2 Mieter eingezogen. Somit ist das Gebäude bis auf die Arkaden an der Gleisseite einstweilen äusserlich unversehrt erhalten.

 

Mehr Informationen und Fotos auf der Seite Bahnhofsumbau Siegen

 

So stellte sich die DB im Jahr 2014 die Renovierung des Bahnhofsgebäudes vor:

Das besondere Bild

Ein Güterzug fährt Richtung Erndtebrück, aufgenommen in Vormwald 1912. Die Vorspann-Lok ist eine preußische T5 mit der Achsfolge 1'C, von der ursprünglich vier Exemplare für die Rhein-Neckar Eisenbahn gebaut worden waren. Die Zug-lok dahinter ist eine preußische G5 oder G7.1. Der Einsatz der T5 im Raum Siegen wurde bisher in keiner Publikation beschrieben. Mit diesem Bild gibt es erstmals einen Beleg dafür. Die Aufnahme hat der Heimatverein Vormwald zur Verfügung gestellt.  

Website zuletzt überarbeitet am 29.07.2021

HINWEISE

 Fotos gesucht

Für diese Website werden noch historische Fotos und andere Materialien von der Eisenbahn im Siegerland und der Strassenbahn in Siegen gesucht !

Kontakt erbeten unter der Emailadresse: drrvogel@aol.com

Modellbahnen am Mierendorffplatz

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