Rückbau der Infrastruktur

In den letzten etwa 40 Jahren hat die Bahn als bevorzugtes Transportmittel für die heimische Industrie weitgehend ausgedient. Die Strasse wurde politisch bevorzugt und maßlos ausgebaut. In der Folge gingen Transportleistungen mehr und mehr auf die Strasse über. Dieser Trend setzt sich bis heute fort.

Gegenwärtig werden noch folgende Schienenstrecken im Siegerland genutzt:

  • Siegen - Köln (Siegtal-Bahn)
  • Siegen - Giessen (Sieg-Dill-Bahn)
  • Dillenburg - Haiger - Betzdorf (Hellertalbahn)
  • Siegen - Hagen (Ruhr-Sieg-Bahn)
  • Siegen - Kreuztal - Berleburg (Rothaarbahn)
  • Kreisbahn Siegen-Wittgenstein

Die "Staatsbahnstrecken" sind noch in Betrieb, allerdings drastisch beschränkt durch Stilllegung von Güterbahnhöfen, Nebengleisen und Gleisanschlüssen. Der Betriebsablauf ist stark vereinfacht worden und erinnert an den einer Strassen-bahn. Auf ehemaligen Bahnarealen sind in der Regel Parkplätze oder Strassen entstanden. Der Güterbahnhof in Siegen ist zur Shopping Mall und zum Park-haus, der in Eiserfeld zum Verkaufsgelände für Nutzfahrzeuge geworden. 

 

Die Zulaufstrecken an Sieg, Dill und Lenne sind aufgegeben worden und abge-baut. Die verbliebenen Hauptstrecken haben somit keine Nebenstrecken mehr. Dadurch und durch den drastischen Rückbau ihrer eigenen Anlagen sind die Hauptstrecken selbst in ihrem Bestand gefährdet.

  

Der Bahnhof in Siegen ist von der DB Station und Service AG in die Kategorie 3 von insgesamt 7 Kategorien eingestuft worden:

Bahnhöfe der Kategorie 3 sind häufig Hauptbahnhöfe kleiner bis mittelgroßer Städte. Die verkehrliche Bedeutung bzw. die Anzahl der Reisenden an den 220 Bahnhöfen dieser Kategorie ist in der Regel dementsprechend groß. Die Ausstat-tung orientiert sich daran, weshalb moderne Fahrgastinformationsanlagen und Aufzüge, Fahrtreppen zu finden sind. Viele dieser Bahnhöfe verfügen über ein Empfangsgebäude mit verschiedenen Einkaufmöglichkeiten.

Der Siegener Bahnhof entspricht seit Jahrzehnten der DB-Beschreibung nicht einmal annähernd. Vielleicht wird er dieses Niveau erreichen, wenn die derzei-tigen Sanierungsarbeiten im Rahmen der Modernisierungsoffensive abgeschlos-sen sein werden.

 

Sämtliche Bahnbetriebswerke in weitem Umkreis sind stillgelegt worden, deren Anlagen und Gebäude wurden sich selbst überlassen und sind verrottet. Das Bahnbetriebswerk Siegen gibt es seit 1997 nicht mehr. Der Lokschuppen und die Drehscheibe werden nun als Museum von einem Trägerverein und den Eisen-bahnfreunden Betzdorf genutzt. Die Anlage gehört noch der Deutschen Bahn.

 

Das Ausbesserungswerk Siegen wurde abgerissen. Über das Gelände führt nun die Hüttentalstrasse (HTS).

 

Von der Eisern-Siegener-Eisenbahn (ESE), der Kleinbahn Weidenau-Deuz (KWD) und der Freiengründer Eisenbahn (FGE) sind nur bescheidene Reste übrigge-blieben, die auf die Kreisbahn Siegen-Wittgenstein (KSW) übergegangen sind. Dafür bietet die Kreisbahn überregionale Güterzugleistungen auf Strecken der DB-Netz mit eigenen Dieselloks an. An der Hellertalbahn ist die KSW beteiligt. Sie übernahm darüberhinaus auch die Wartung der Dieseltrieb-wagen der Drei-Länder-Bahn, einem Unternehmen der DB-AG, und wartet auch jetzt die Dieselfahrzeuge der HLB in ihrer Werkstätte am Bahnhof Eintracht.

Überraschend hat sich nun die Industrie- und Handelkammer Siegen Ende 2010 für die rasche Realisierung des lange geplanten Ausbaus der Bahnstrecken ausgesprochen, weil die Kapazitäten der Bahn dringend von der Industrie benötigt würden. Da eine grundlegende Sanierung der Autobahn A45 ansteht, sieht die siegerländer Wirtschaft Mobilität und Logistik in Gefahr, wenn nicht die Bahn wenigstens übergangsweise als Nothelfer einspringt. Demnach hätte die Eisenbahn im Siegerland durchaus eine Chance, Marktanteile zurückzugewinnen. Allerdings läßt eine aktuelle Umfrage unter siegerländer Industriebetrieben eher den Schluß zu, daß die Bahn als Transportmittel in Zukunft noch weniger genutzt wird als es heutzutage ohnehin schon der Fall ist.

 

Ein positives Signal hat die Kreisbahn Siegen-Wittgenstein mit der Übernahme und dem Ausbau des Containerterminals am Güterbahnhof in Kreuztal gesetzt. Hier wird ein Umschlagplatz von der Strasse auf die Schiene für die Produkte der heimischen Wirtschaft angeboten werden. Das Interesse daran ist erfreulicher-weise rege. 

HINWEISE

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