Schicksal des Empfangsgebäudes

Gleisseite des Empfangsgebäudes Erndtebrück im April 2009 (Aufnahme: Dr. Richard Vogel, Berlin)
Gleisseite des Empfangsgebäudes Erndtebrück im April 2009 (Aufnahme: Dr. Richard Vogel, Berlin)

Nachdem das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude in Erndtebrück jahrelang leergestand hat, wurde im August 2011 gemeldet, daß ein Interessent gefunden sei, der dort Ferienwohnungen und Gastgewerbe einrichten wolle. Der Kaufver-trag sei unterschriftsreif. Drei Wochen später war der Handel geplatzt.

 

Im Januar 2012 fand sich eine "Investorengemeinschaft" aus Hilchenbach und Berleburg, die schließlich das Gebäude von der BahnFlächen-Entwicklungs-Gesellschaft NRW (BEG) für 1 Euro kaufte. An der BEG sind das Land NRW und die Deutsche Bahn je zur Hälfte beteiligt. Diese Gesellschaft soll dafür sorgen, daß die zum Verkauf stehenden Bahnimmobilien im Einvernehmen mit den jeweiligen Kommunen einer sinnvollen Nutzung zugeführt werden. Grundlage für Kaufverträge sind tragfähige Nutzungskonzepte. Auch im Falle des Bahnhofsge-bäudes Erndtebrück soll ein Nutzungskonzept Bestandteil des Kaufvertrages sein. Ausserdem hatte sich die DB auf Wunsch des Zweckverbandes einver-standen erklärt, den Bahnsteigzugang aus dem Gebäude zu verlegen und die noch vorhandenen Bahneinrichtungen innerhalb des Hauses abzubauen.

Ehemaliger Schalterbereich 2009
Ehemaliger Schalterbereich 2009
Geflieste Decke mit Schutznetz 2009
Geflieste Decke mit Schutznetz 2009
Ehemalige Gepäckausgabe, Eingangstür zur Gaststätte und aktiver Zugang zum Bahnsteigtunnel 2009
Ehemalige Gepäckausgabe, Eingangstür zur Gaststätte und aktiver Zugang zum Bahnsteigtunnel 2009

Seither ist nichts geschehen, weder Ansätze zur Sanierung des Gebäudes, noch die angekündigten Maßnahmen der DB. Schuld an der Situation will nun keine der beteiligten Parteien sein. Die BEG sieht sich ausserhalb der Verantwortung und lehnt eine Rückabwicklung des Kaufes kategorisch ab. Die Kommune ist nicht direkt involviert, über den Denkmalschutz kann sie angeblich die Sanie-rung nicht erzwingen. Die Investoren beklagen fehlende Hilfe seitens der Kom-mune und der Banken. Allerdings hat es den Anschein, als wollten sie gerne aus dem Kauf wieder aussteigen, denn sie bieten die Weitergabe des Bahnhofsge-bäudes für 1 Euro an. In ihrer Ausgabe vom 19.10.2013 schreibt die Siegener Zeitung, daß der denkmalgeschützte Bahnhof von Erndtebrück kaum noch zu retten ist.

 

Nun fragt sich der interessierte Laie, wie es weitergehen soll: Die Bahn will solche Objekt schnellstmöglich los werden, die Kommune hat keine finanziellen Spielräume und die "Investoren" haben sich übernommen, weil offenbar nicht kreditwürdig. Es ist Aufgabe der BEG (Land/Bahn) sich endlich ernsthaft um diesen Verkaufsvorgang, auch wenn er vom Umfang her ein eher kleiner ist, zu kümmern. Dazu gehört auch, das Konzept der "Investorengemeinschaft" zu veröffentlichen und auf dessen Realisierung zu bestehen. Ansonsten droht die Abrissbirne für ein denkmalgeschütztes Gebäude und ein Imageschaden für die an der BEG beteiligten Partner. Übrigens weist das Grundbuch formal die DB weiterhin der Besitzer der Immobilie aus. Darauf deuten auch die Aktivitäten der DB zur Gebäudesicherung Anfang 2016 hin. Offensichtlich hat also gar kein Be-sitzerwechsel stattgefunden!!!

 

Im Sommer 2014 reagiert die BEG nicht auf Fragen und auch seitens der Ge-meinde und des Kreises sind keine Aktivitäten für den Erhalt des Bahnhofs-gebäudes erkennbar. Nicht einmal Hilfsangebote (zuletzt 2016) werden ausge-lotet oder angenommen, so daß zu vermuten ist, daß am Bahnhof in Erndte-brück andere Interessen und Absprachen bestehen.

Im Auftrag der DB wird im Februar 2016 das Dach des Empfangsgebäudes in Erndtebrück gesichert (Aufnahme: Björn Weyand, Siegener Zeitung)
Im Auftrag der DB wird im Februar 2016 das Dach des Empfangsgebäudes in Erndtebrück gesichert (Aufnahme: Björn Weyand, Siegener Zeitung)

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